Die Zustände im Pflegewesen

15. 07. 2021

Für die PS war der Trend zu klatschen ein kompletter Unsinn, weil es klar war, dass diese Büezer Geld und Entlastung brauchten.
Gespannt haben wir die Pflege-Initiative mitverfolgt und wollten auch während den Lockdowns eine klare Verbesserung in diesem Bereich sehen.
Aber auch in unserer Lockdown-Kritik haben wir sowohl die einseitige Unterstützung von Büezern hinterfragt, wie auch die komplette Bekämpfung der Coronamaßnahmen.

Wenn unsere eigenen Pfleger sich verkaufen müssen, um über die Runden zu kommen, dann läuft in unserer Schweiz etwas scheusslich falsch. Eine Pflegerin zu 20Min im Bezug auf OnlyFans: “Eigentlich wollte ich meine Stelle als Pflegerin aufstocken und mehr Stunden arbeiten, was jedoch nicht möglich war. Da hat mir Onlyfans in die Karten gespielt, es ist schliesslich ein schöner Nebenverdienst, den man nicht unterschätzen sollte. Im Monat verdiene ich dank meiner Bilder bis zu 2000 Franken dazu – das spare ich für die Zukunft. Manchmal gönne ich mir aber auch neue Unterwäsche oder Ähnliches. Das Geld war dennoch nicht der Hauptgrund für meine Entscheidung. Ich mache gerne schöne, ästhetische Bilder von mir – manchmal eben auch etwas freizügigere. Da das mit meinem Job im Alterszentrum nicht gut zu vereinbaren ist, bin ich für eine diskrete Plattform dankbar.”
Es braucht aber auch schlicht mehr Personal, wie uns eine Pflegerin während dem Lockdown erzählt hat: "Es ist ein Chaos. Das Coronavirus brach von über einer Woche aus und es sieht schon nach zu wenig Personal aus. Aus diesem Grund wird auch kaum von der Leitung gehandelt und es werden auch wenig Personen getestet. Es gab vor ein paar Tagen sogar ein positiver Fall von einer Person, die mit vielen in Kontakt war. Wir werden sehen, wie gut wir danach noch auskommen. "

Obwohl die Situation im Pflegebereich wieder halbwegs zur Normalität gekehrt ist, arbeiten immer noch viele Überstunden und leiden irgendwann unter Burn-outs.
Auch oft werden die Pfleger auf irrationale Weise eingeschichtet, wodurch die Leistung der Pfleger beeinträchtigt wird und dadurch auch die Behandlung der Patienten. Es gibt noch viele weitere Probleme, die auf der Homepage von der Pflegeinitiative gelesen werden können. Press Link! Wie zum Beispiel:

Bis ins Jahr 2030 werden 65'000 zusätzliche Pflegende benötigt.


Die Schweiz bildet weniger als die Hälfte des jährlichen Bedarfs an Pflegefachpersonen aus.


Jährlich werden mehrere Tausend Stellen nicht besetzt.


20 - 40% der Pflegefachpersonen zeigen Symptome von Burnout, Depression oder Angsterkrankungen.


Pro Jahr geben etwa 2'400 Pflegefachpersonen ihren Beruf auf. Fast ein Drittel davon sogar noch vor dem 35. Lebensjahr.



Zu der Initiative selbst wird die PS noch klare Positionen veröffentlichen. Dennoch fordert die PS bereits folgendes in ihrem Programm:


Es ist die Pflicht des Staates, der Bevölkerung das bestmögliche Gesundheitssystem unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Um diese Leistungen sicher zu stellen, sind jedoch einige Änderungen notwendig.

Die Schweiz leidet momentan unter einem Ärztemangel. Gleichzeitig gibt es für Menschen, die Medizin studieren wollen, absurde Hürden, da es auf den Universitäten zu wenige Plätze gibt. Um auch in Zukunft die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, müssen durch die Einstellung neuer Professoren neue Plätze geschaffen werden. Steigt die Anzahl der Ärzte, wird es möglich, dass sich die Ärzte intensiver mit den einzelnen Patienten befassen.

Daneben werden heutzutage angebliche medizinische Behandlungen (z.B. Homöopathie) zur Verfügung gestellt, welche man nur als Scharlatanie bezeichnen kann. Dieser Betrug ist für Patienten oft schwer erkennbar und muss durch Gesetze gestoppt werden. Proletariat Schweiz tritt dafür ein, dass derartige Produkte in Apotheken und medizinischen Einrichtungen nicht mehr angeboten oder beworben werden dürfen. Werden derartige Produkte anderswo angeboten, muss die Wirkungslosigkeit gekennzeichnet werden. Werden kranke Menschen mit wirkungslosen Produkten behandelt, müssen dem Behandelnden empfindliche Strafen drohen. Kontrollierte medizinische Placebos sollen jedoch weiterhin eingesetzt werden können, wenn keine andere Medikamente verfügbar sind oder keine richtigen Medikamente benötigt werden.

Die Versorgung im Alter muss sichergestellt werden. Dafür muss der Staat genügend Pensionistenheime zur Verfügung stellen. In diesen Pensionistenheimen, wie auch in Pflegeheimen muss den Menschen ein würdevoller Lebensabend ermöglicht werden.

Zur gerechten Finanzierung des Gesundheitssystems soll eine Steuer auf gesundheitsschädliche Produkte erlassen werden, welche den Kosten, die der Konsum dieses Produkt für die Gesellschaft hat, entspricht. Diese Steuern sollen auf den Verpackungen der Produkte oder auf Speisekarten angegeben werden.




Aus diesem Grund war auch die PS am Samstag an der Demonstration "Gesundheit vor Profit".

Autor: Jason Banyer